Die letzten Tage des Zeittotschlagens in Belarus, Teil II

 

Nach Babrujsk hatten wir wieder zwei Nächte im Freien geplant, bis wir in Gomel unsere letzte Festung in Belarus beziehen sollten.
Noch am ersten Tag war es dann so weit: 2.000 km lagen hinter uns! Coolerweise konnten wir das bei der nächsten Raststation mit echtem steirischen Bier begießen – was für ein lustiger Zufall! 😀

 

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Nach einer weiteren Fahrt voller Unterbrechungen und Oweza’h’n wollten wir mal wieder irgendwelche Leute fragen, ob wir auf ihrem Grundstück campieren dürften. Die ältere Dame, die sich bereits in ihren purpur-farbenen Bademantel gehüllt hatte, war ein bisschen verwirrt ob meiner Frage in Google-Translate-Russisch und meinte (vielleicht) nur, dass das eigentlich gar nicht ihr Grundstück sei, bis genau rund ums Haus und sie es daher nicht wüsste. Dann kam ihr Mann vom Gartengießen zu Stefan, pflanzte sich wenige Zentimeter vor ihm auf und wir dachten schon, jetzt gäbe es Ärger. Stefan fing peinlich berührt an, immer wieder etwas von “Camping” zu stammeln. Und plötzlich erhellte sich das Gesicht des Mannes, er trat von Stefan weg und meinte nur, jaja, das sei kein Problem und ob wir Touristen seien und von wo. Es wurden noch ein paar freundliche (und einfache) Worte auf Deutsch und Russisch gewechselt, dann konnten wir unser Lager aufschlagen. Die nette Dame hat uns dann und auch am Morgen noch Kaffee oder Tee angeboten und uns auch zum Abschied gewinkt – sehr freundlich waren die.

 

dieser kleine Eindringling wollte unser Zelt betreten

dieser kleine Eindringling wollte unser Zelt betreten

 

Was darauf folgte war ein weiterer Tag des langsamen Radelns voller Umwege. Auf einer Tankstelle haben wir dann sogar unsere fetzigen Campingsessel ausgepackt und dort etwa 2 Stunden genascht (es gab einfach nichts Sinnvolles dort zu essen) und gelesen. Hin und wieder kamen Leute vorbei, die nur fragten: “Daleko?”, darauf wir: “Iz Avstrije!” (oder so), worauf wir immer nur Kopfschütteln, wildes Luftausblasen, Lachen oder alles auf einmal ernteten. 😀

 

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Wenige Kilometer bevor wir uns einen Ort für das Nachtlager gesucht haben, wollten wir unser Glück noch in einem Ort mit angeblich zwei Geschäften versuchen – seit den Chips und Keksen auf der Tankstelle hatte sich kein Ort für Essen mehr eingestellt. Leider gab es aber auch in den Geschäften dieses extrem kaffigen Ortes nichts, was wir schnell zu einem guten Snack machen konnten.  Dafür gab es viele sehr schöne alte Holzhäuschen (die schönsten, die wir seit langem gesehen haben) und Sergej mit den Goldzähnen, der sich voller Enthusiasmus mit uns unterhalten hat, auch wenn seine Englisch- und unsere Russisch-Kenntnisse mehr als bescheiden waren. 😉

 

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Nach der mickrigen Ausbeute in dem Ort – Eis, Eis, baby – haben wir uns dafür auf der nächsten Bushaltestelle endlich unseren Notvorrat vornehmen können: einen Pumpernickel, den wir bereits in der Slowakei geschenkt bekommen haben (der hätte sich auch noch bis Oktober gehalten, aber egal) und ein Hüherleberaufstrich, den wir in unserem zweiten Ort in Polen erstanden haben. Biiiiist, war das ein leckeres Mahl! Fast so gut, wie es ausgesehen hat! 😀

 

Alexandra hat noch ein bisschen Chili hinzugefügt

Alexandra hat noch ein bisschen Chili hinzugefügt

 

Nach einer recht ruhigen Nacht im Zelt ging es dann am nächsten Morgen Richtung Gomel weiter. Lustigerweise befand sich etwa 1 km nach unserem Plätzchen dann eine Tankstelle mit deutlich mehr Essensauswahl. Leider funktionierte jedoch ihr Gerät für die Kreditkarte nicht und wir hatten seit Babrujsk keinen Bankomaten mehr gesehen…
Freundlicherweise haben uns die netten Tankstellen-Hoschis die letzten 1.100 BYR erlassen (ca. 0,06 EUR ;-)) und so konnten wir doch noch ein zufriedenstellendes Frühstück zu uns nehmen.
Am Weg nach Gomel durften wir noch eine sehr hübsche Umgebung genießen: zwei Atomreaktoren (oder zumindest sahen sie so aus), kilometerlange Pipelines und ein riesiges sonstiges Industriegebiet. Gemütlich!

 

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Und was gibt es zu Gomel zu sagen? Auch hier gibt es einen Burger Master und einen Gippo Hypermarket, und unser Hotel inklusive Restaurant sind wirklich gut. Ansonsten gibt es hier – so wie in den meisten weißrussischen Orten – nicht wirklich etwas zu sehen. Da wir aber eh nicht in der Laune für Sightseeing sind und vor unserer Einreise nach Russland auch noch einige Planungen vorzunehmen haben, wird uns trotzdem nicht fad. 😉

 

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2 responses to “Die letzten Tage des Zeittotschlagens in Belarus, Teil II”

  1. frau reburga says:

    sehr schöne fotos, superschönes holzhäuschen! wie ist der burger master so? akzeptabel?

    • Alexandra says:

      Hahaha, ja, der Burger Master ist durchaus akzeptabel, halt fast wie McDonald’s oder Burger King (wenn man sowas manchmal mag).
      Ein bisschen geschmackloser ist er, vielleicht haben die nicht so viele Zusatzstoffe reingeschmissen. 😀

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