Schmerz lass nach!

 

Am nächsten Morgen fiel es uns ziemlich schwer, auszustehen und weiterzufahren. Das Wetter hatte sich seit dem Vortag gewandelt und eher in einen Spätherbsttag verwandelt, mit Wolken, Regen und kalter Wind (zu unserem Glück vorerst Rückenwind). Beim Mittagessen treffen wir eine Ungarin, die alleine über die Südroute (Iran und Co) nach Kirgistan geradelt ist und noch lange nicht umkehren will. Alexandra zieht in Gedanken den Hut vor ihr…das könnte sie sich gar nicht vorstellen.

 

eine Kuhherde wird mitten über die "Autobahn" geführt

eine Kuhherde wird mitten über die “Autobahn” geführt

in die Gegenrichtung natürlich

auf der Gegenfahrbahn natürlich

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Alexandra kämpft

 

Danach wurde es draußen noch etwas ungemütlicher, und auch aufgrund der nicht nachlassenden Knieschmerzen von Alexandra geht es zäh voran. Dennoch wollte sie versuchen, den Pass nach Kochkor noch am selben Tag zu bewältigen. Leider haben wir uns dabei auch gegen den Wind gewendet, es ging ordentlich bergauf und die Knieschmerzen wurden so schlimm, dass ihr sogar mehrfach die Tränen kamen. Trotzdem haben wir es irgendwie auf den Pass geschafft. An der höchsten Stelle hatte es unter 3 Grad, und auf der anderen Seite fing es plötzlich ordentlich zu regnen an und der Wind, der sich in einen Sturm verwandeln wollte, watschte uns den Regen nur so ins Gesicht. Mehrfach wurden wir von einer Böe verweht und fast in ein Auto gedrängt. Beim Bergabfahren sind wir dann auch noch ordentlich ausgekühlt – puh, war das kalt! Finster wurde es auch schon langsam, doch nach 130 km Tagesetappe hatten wir unser Ziel, Kochkor, erreicht. Die Stadt, die wir doch erst wenige Tage zuvor mit Michi und Katrin verlassen hatten…

 

noch nicht der Tiefststand am Pass

nicht ganz der Tiefststand am Pass

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Dieses Mal wollten wir jedoch ein anderes Hostel ausprobieren und kamen zu einem Haus, in dem wir die einzigen Gäste waren. Ein gut geheiztes Zimmer und eine heiße Dusche hoben unsere Stimmung wieder. Doch mussten wir uns eingestehen: Den Weg nach Naryn, der über mehrere Pässe führt, kann Alexandra mit dem schmerzenden Knie nicht packen. Daher mussten wir Kirgistan wohl oder übel aufgeben. Auch darüber wurden einige Tränen vergossen, aber was soll man machen!
Am Hauptplatz in Kochkor konnten wir nach längerer Wartezeit ein Auto organisieren, das uns mitsamt unseren Rädern nach Naryn befördern wollte. Ein Haufen Kirgisen wollte mitanpacken und die Radl in den Kofferraum pferchen. Puh, bei der Grobheit, mit der die ans Werk gingen, wurde uns einige Male ganz mulmig zumute. Noch ein paar Radtaschen zwischen Fahrrad und Kofferraumdeckel, mit einem Seil festgezurrt und schon kann es losgehen. Ooookay…

 

passt schon

passt schon

ein langes Gespräch...

ein langes Gespräch…

 

Bei der Strecke, die uns erwartete, waren wir dann doch froh, nicht geradelt zu sein. Den Großteil der Straße war eine einzige riesige Baustelle mit den ärgsten Unebenheiten überhaupt. Unsere Radl waren danach auch ordentlich eingestaubt, sind aber immerhin wieder als Ganzes aus dem Kofferraum gekommen. 😉

 

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3 responses to “Schmerz lass nach!”

  1. Peter Polak says:

    Hallo ihr beiden!
    Ich will euch nur kurz meinen höchsten Reschpeckt ausdrücken!! Allerhand was ihr euch vorgenommen habt und wie weit ihr schon gekommen seid! Und dazu schreibt ihr auch noch einen gut gemachten und immer lesenswerten Blog – allerhand.
    Etwas ist mir eingefallen, als ich von Alexandras Knieschmerzen gelesen hab. Mir hat einmal wie ein Wunder geholfen, einfach die Sattelhöhe zu ändern, das waren wirklich nur Millimeter, aber dann gings prima. Wahrscheinlich haben euch das schon auch andere geschrieben, oder der Grund ist ein altes LEiden oder so… Auf jeden Fall dachte ich mir, es kann nicht schaden, wenn ich euch schreib.
    Vielen Dank für eure Berichte und weiter viel Glück mit dem Wetter und allem was ihr sonst noch braucht!
    Peter Polak

    • Stefan says:

      Hallo Peter,

      danke für den Tipp. Alexandra hat in China ihr Knie geschont und wir hoffen, dass es in Südostasien wieder besser geht. Wahrscheinlich hat auch das kalte und nasse Wetter in Kasachstan und Kirgistan seinen Beitrag dazu geleistet.
      Natürlich werden wir auch beim Sattel herumspielen, damit die Schmerzen nicht nochmal auftreten.

      lg
      Stefan und Alexandra

  2. Gernot says:

    Allergrößten Respekt, dass du den Pass noch gepackt hast, liebe Alexandra!
    Liebe Grüße,
    Gernot

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